Visualisierung – Mit diesem einfachen Trick verhinderst Du Denkblockaden und triffst die richtigen Entscheidungen

Stell Dir vor, Dein Gehirn wäre in der Lage, all das Wissen, was Du je gelernt hast, zu behalten? Unmöglich! Und auch völlig unnötig. Denn das Gehirn ist nicht dafür da, Unmengen an Informationen abzuspeichern. Es ist zum Denken da! Doch je mehr Informationen Du im Kopf gespeichert hast, desto geringer ist Deine Denkleistung. Die Folge ist eine Blockade im Gehirn, die es unmöglich macht, gute Entscheidungen zu treffen. Damit Dein Gehirn wieder auf Hochtouren läuft, musst Du Informationen aus dem Gehirn auslagern. Eine effektive Methode dazu ist die Visualisierung. In diesem Beitrag lernst Du, wie Du mithilfe von Visualisierung falsche Entscheidungen verhinderst.

Problem: Zu viele Daten im Gehirn verursachen Denkblockaden

Wenn ein Mensch große Informationsmengen verarbeiten soll, schaltet sein Gehirn gerne auf Abwehr. Es ist so sehr damit beschäftigt, sich verschiedene Dinge zu merken, dass es nicht mehr in der Lage ist, zu denken. Doch ob Du es glaubst oder nicht, das Gehirn ist zum Denken da – es ist nicht zum Speichern da – zumindest nicht zum Speichern von großen Informationsmengen. Natürlich kannst Du Dir Dinge merken, Dinge lernen und behalten. Du bist in der Lage, Wissen aufzubauen, Erlebnisse zu speichern und diese in Deinen Erinnerungen wieder abzurufen. Doch was Dein Gehirn am besten kann, ist Denken, verschiedene Optionen abwägen und Lösungen finden.
Ist Dein Gehirn jedoch zu überfüllt mit Daten, nimmst Du Deinem Gehirn die Fähigkeit, zu denken und Entscheidungen zu treffen.

Wie sich ein überfülltes Gehirn auf Deine Entscheidungsfähigkeit auswirken

Um gute Entscheidungen treffen zu können, erfordert es Kreativität, Ideen und die Fähigkeit, sich verschiedene Situationen vorstellen zu können. Das verlangt eine große Denkleistung vom Gehirn ab. Diese ist aber enorm eingeschränkt, wenn sich Dein Gehirn gleichzeitig merken muss, welche Termine Du noch hast, wen Du noch anrufen musst, wem Du noch E-Mails schreiben musst, welche Aufgaben Du noch im Büro erledigen musst, was Du danach einkaufen musst, welche Sachen Dein Kind für den morgigen Schulausflug noch benötigt usw.

Dein Gehirn ist ein Super-Computer

Stell Dir Dein Gehirn bildlich wie einen Computer vor. Im Zentrum hast Du den Prozessor – die CPU (Central Processing Unit). Hier wird alles berechnet, was im Computer geschieht. Für das Speichern von Daten steht Dir die Festplatte zur Verfügung. Hier hast Du ganz viele Dateien: Text, Bilder, Videos, Lieder, Familienalben, Arbeitsmaterialien. Die Festplatte ist sozusagen das Gedächtnis Deines Computers. Möchtest Du eine Datei aus diesem „Gedächtnis“ abrufen, dann öffnet der Prozessor sie, liest sie und berechnet sie. Dieser Prozess funktioniert relativ langsam. Deswegen hat der Computer auch die RAM (Random Access Memory). Hier befindet sich das superschnelle Kurzzeitgedächtnis deines Computers. Alle aktuell benötigten Programme und Dateien werden hier zwischengespeichert und können superschnell abgerufen werden.

Die Lesegeschwindigkeit des Arbeitsspeichers ist also um ein Vielfaches höher als die der Festplatte. Die Größe des Arbeitsspeichers hat eine enorme Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit des Computers. Diese ist allerdings begrenzt. Je mehr Daten in der RAM gespeichert sind, desto langsamer arbeitet Dein Computer. Übertragen auf Dein Gehirn bedeutet es, dass Deine Denkleistung abnimmt, je mehr Informationen Du in Deinem Kurzzeitgedächtnis behalten musst.

Gedanken haben Limitationen. Wenn neue Informationen in Deinem Gehirn ankommen, nimmst Du diese entweder auf und schmeißt dafür andere, ältere Daten aus Deinem Gedächtnis, oder Du lässt diese Information gar nicht erst ins Gedächtnis rein, weil dieses bereits voll ist. Doch um gute Entscheidungen treffen zu können, brauchst Du Platz im Kopf für Kreativität, für Ideen, Pläne, neue Informationen und Strategien.

Der Computer hat dafür eine Lösung parat. Der Prozessor guckt, welche Daten im Arbeitsspeicher gerade am wenigsten gebraucht werden und lädt diese zurück auf die Festplatte. Die Daten werden also ausgelagert.

Die gute Nachricht ist: Diesen Trick kannst auch Du anwenden, um Dein Gehirn zu entlasten und die Arbeitsleistung Deines Gehirns zu steigern.

Lösung: Informationen aus dem Gehirn auslagern

So wie der Computer ist also auch unser Gehirn von zu vielen Daten überfordert und arbeitet langsamer. Die Lösung ist daher, so viele Informationen wie möglich auszulagern. Aus dem Computer speichern wir Daten auf eine externe Festplatte oder in eine Cloud. Und aus dem Gehirn können wir Informationen auslagern, indem wir sie aufschreiben oder aufzeichnen.

Alles was Du Dir aufschreibst, braucht sich Dein Gehirn nicht mehr zu merken. Anstatt sich zum Beispiel alle Lebensmittel zu merken, die Du nach Feierabend kaufen musst, brauchst Du nur zu wissen, wo die Einkaufsliste ist. Die Termine merkt sich der Terminkalender, Telefonnummern das Telefonbuch, Aufgaben die To-Do-Liste und Ideen, die Du zwischendurch hast, kommen ins Notizbuch.

Durch das Outsourcing von Informationen aus Deinem Kopf, verpasst Du Deinem Gehirn ein Upgrade. Es kann besser denken, kommt schneller zu cleveren Lösungen und ermöglich es Dir, bessere Entscheidungen zu treffen. Eine ganz besondere Art des Auslagerns ist die Visualisierung.

Wie Visualisierung Deine Entscheidungsfähigkeit fördert

Dein Kopf ist voller Informationen – Wissen, das Du Dir mal angeeignet hast, sowie neuen Informationen. Die Zusammenhänge zwischen den bereits vorhandenen Informationen und den neuen zu erkennen, ist schwierig, wenn sie nur in Deinem Kopf bleiben. Wenn Du aber diese Informationen visualisierst, kannst Du Zusammenhänge erkennen, die Dir sonst nicht aufgefallen wären. Visualisieren hilft, komplexe Zusammenhänge zu verdeutlichen. Insbesondere Bilder haben die Macht, die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich zu lenken, und der Betrachter kann sich Bilder wesentlich besser merken als Text. Bilder lassen sich schneller erkennen als Text und der Betrachter kann sich besser orientieren. Stelle Dir zum Beispiel Straßenverkehrsschilder in Textform vor.

Wir denken visuell. Bilder sind natürlich, Bilder verstehen wir auf Anhieb. Der Text ist eine abstrakte Erfindung des Menschen. In der Natur gibt es keinen Text.

Test: Text vs. Bilder

Visualisierungen fördern das Verstehen und Verarbeitung von Informationen. Machen wir einen Test. Lies den folgenden Text durch und versuche, ihn dann zu wiederholen, ohne draufzugucken.

„Ein Zweibein sitzt auf einem Dreibein und isst ein Einbein. Da kommt ein Vierbein und klaut dem Zweibein das Einbein. Da nimmt das Zweibein das Dreibein und schlägt damit das Vierbein.“

Konntest Du den Text exakt wiedergeben? Nein? – Dann versuche jetzt Folgendes: Stelle dir für das Zweibein einen Menschen vor, für das Dreibein einen Hocker, für das Einbein ein Hühnerschenkel und für das Vierbein einen Hund. Versuche es nochmal.

Indem Du den Text mit Bildern verknüpfst, verstehst Du den Inhalt und kannst den Text somit besser wiedergeben. Dein Gehirn arbeitet erfolgreich mit.

Um etwas zu visualisieren, musst du kein Zeichenkünstler sein. Wichtig ist, dass Du Informationen auf Papier bringst (oder wenn Du lieber digital unterwegs bist, in Dein Gerät). Die Form bleibt Dir überlassen. Es können Stichpunkte sein, Aufzählungen, einfache Zeichnungen, Diagramme, Tabellen oder Mindmaps.

Ziel ist es, dass die Visualisierung etwas verdeutlicht, einen Überblick schafft und dem Gehirn die Erlaubnis gibt, diese Informationen zu vergessen, um die Leistung zum Denken zu haben und aus der Visualisierung Erkenntnisse gewinnen und Entscheidungen treffen kann.

Was Du für die Visualisierung benötigst

Nun kennst Du die Wichtigkeit der Visualisierung für Dein Denkvermögen und Deine Entscheidungsfähigkeit. Nachfolgend erfährst Du, wie Visualisierung geht und was Du dafür brauchst.

Materialien

1. Flipchartpapier

Du musst Dir nicht unbedingt einen Flipchart-Ständer kaufen. Aber Flipchartpapier ist sehr praktisch für die Visualisierungen. Du kannst Das Papier an eine Tür hängen. Somit hängt es auf einer guten Höhe. Das Arbeiten im Stehen fördert zusätzlich Dein Denken.

2. Sticky Notes

Zusätzlich zum Flipchart benötigst Du bunte Sticky Notes. Diese bringen Bewegung in Deine Visualisierung, da sie immer wieder von einer Stelle abgenommen und an eine andere Stelle geklebt werden können. Sticky Notes, die nicht mehr gebraucht werden, können abgenommen und weggeschmissen werden, neue Sticky Notes können an die Stelle des alten geklebt werden.

3. Papier und Stift.

Ein Notizblock oder auch loses Papier solltest Du immer bei Dir haben. Denn Du weißt nie, wann die Ideen und Einfälle kommen. Diese aufzuschreiben oder aufzuzeichnen bevor Du sie wieder vergisst, ist sehr nützlich. Alleine durch das Aufschreiben brennen sich diese Gedanken eher ins Gehirn ein. Und falls das Gehirn es doch nicht abspeichert, ist es nicht schlimm. Du hast die Information schließlich auf Paper.
Hast Du gerade kein Papier zur Hand, kann auch eine Serviette oder ein Papiertaschentuch dienen.

4. Elektronische Geräte und Programme

Nicht jeder schreibt gerne auf Papier. Wenn Du lieber alle Informationen elektronisch sammelst, hilft es, ein Tablet oder auch das Handy zu nutzen. Es gibt sehr gute Apps zum Erstellen von Mindmaps oder einfach für kurze Notizen.

Disziplin und Übung

Du musst aus Deinem Kopf ausbrechen. Nimm das Ausbrechen bitte wörtlich. Denn auch mir gelingt es nicht immer, alle Ideen auf Papier zu bringen, obwohl ich weiß, wie wichtig es ist, Sachen visuell festzuhalten, zu ergründen und nach Lösungen zu suchen. Es ist einfach noch nicht in meiner Routine, es sofort zu tun. Wenn ich Glück habe, bleiben die Ideen trotzdem im Kopf. Wenn aber nicht und ich habe sie nicht aufgeschrieben, dann sind sie verloren.
Es erfordert also Disziplin und Übung, jede neue Information und jeden neuen Einfall sofort zu notieren und wenn möglich visuell zu unterstützen.

Die richtigen Fragen und das richtige Framework

Um visuell zu arbeiten, musst Du die richtigen Arbeitsmethoden kennen. Sehr gut geeignet, um schnelle, aber gute Entscheidungen zu treffen, ist das Lightning Decision Jam Framework von AJ Smart. Dieses Framework gibt dir eine starke Struktur, wann Du was zu tun hast, wie viel Zeit Du Dir dafür gibst und wie Du das Ganze abarbeitest.
Frameworks geben Dir zudem einen Anhaltspunkt, wenn Du mal eine Schreibblockade hast und einfach nicht weißt, wie Du anfangen sollst.

Fazit

Die Verbindung von der Visualisierung zu Deinem Gehirn funktioniert in etwa so wie die Verbindung zwischen dem Prozessor eines Computers mit der RAM. Dein Gehirn ist in der Lage, Visualisierungen schnell zu erkennen, zu verarbeiten und zu verstehen.

  1. Um in Deinem Gehirn ein Upgrade durchzuführen, solltest Du zwei Dinge tun:
    Informationen auslagern, um Platz zu machen und die Arbeitsgeschwindigkeit zu erhöhen.
  2. Visualisieren, um Informationen schnell bearbeiten zu können und einen guten Überblick zu bekommen.

Diese beiden Schritte, machen Dich fit für die besten Ideen, Lösungen und Entscheidungen.

Nutze also Notizblock, Flipchartpapier und Sticky Notes, um Dich besser zu organisieren und den Arbeitsspeicher in Deinem Gehirn zu entlasten, damit dieser mehr Energie hat, um zu denken und gute Entscheidungen zu treffen.

Höre Dir an dieser Stelle auch meine Podcast-Folge zum Thema Journaling an, und schreibe mir Deine Meinung und Erfahrungen mit Visualisierung in die Kommentare.

Bis bald.
Den Guerrilla Coach, Seppo

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