Was Dir ein Side Hustle bringt

Ein Side Hustle lässt sich vereinfacht als eine Zusatzbeschäftigung bezeichnen – eine Tätigkeit, der Du neben Deinem Hauptjob nachgehst. Jedoch ist ein Side Hustle etwas anderes als ein Nebenjob mit dem Ziel, Deine Einkünfte zu erhöhen. Worum es bei einem Side Hustle genau geht und warum insbesondere Du als Einzelkämpfer eins brauchst, erfährst Du in diesem Beitrag.

Was ist ein Side Hustle?

Ein Side Hustle ist eine Tätigkeit, die Du neben Deinem Hauptjob tust – aber es handelt sich dabei weder um einen gewöhnlichen Nebenjob noch um ein Studium oder ein Hobby – und doch enthält es Elemente aus all diesen genannten Beschäftigungen. Denn bei einem Side Hustle …
… arbeitest Du
… hast Du das Ziel, damit in Zukunft Geld zu verdienen
… lernst Du etwas Neues
… hast Du Spaß

Ein Side Hustle ist eine unternehmerische oder freiberufliche Tätigkeit, die Du in Deiner Freizeit tust, die einen Plan sowie ein Ziel hat, und die Du so gerne tust, dass Du sie fast als Dein Hobby bezeichnen könntest – aber nur fast 😊 Eine passendere Bezeichnung ist das „Passion Project“. Höre Dir zu diesem Thema meine letzte Podcast-Episode an.

Du als Side Hustler oder Sidepreneur arbeitest neben Deinem Hauptjob an Deinem Passion Project. Ob Du diese Arbeit als Angestellter, als Freelancer oder als Agentur tust, spielt keine Rolle. Wichtig ist, dass es ein Projekt ist, in das Du gerne Deine Zeit und Deine Kenntnisse steckst.

Was ist der Unterschied zwischen einem Side Hustle und einem Hobby?

Ein Side Hustle und ein Hobby sind beides Tätigkeiten, die Du in Deiner Freizeit tust, weil Dir die Tätigkeit Spaß macht. Beide Tätigkeiten kosten Zeit und oft auch Geld. Aber der Unterschied liegt daran, dass es bei einem Hobby immer so bleiben wird, während ein Side Hustle das Ziel hat, irgendwann zu einem Business zu werden, mit dem Du Geld verdienst.

Dabei verlaufen die Grenzen zwischen einem Side Hustle und einem Hobby fließend. Ein Hobby kann durchaus zu einem Side Hustle ausgeweitet oder dafür genutzt werden – wenn Du zum Beispiel Deine Leidenschaft fürs Gärtnern für einen YouTube-Kanal für Hobbygärtner nutzt. Auf der anderen Seite kann auch ein Side Hustle in einem Hobby resultieren, wenn Du nach einer Weile merkst, dass Du die Ziele des Projektes nicht erreicht hast, aber diese Beschäftigung trotzdem gerne weitermachen würdest, weil sie Dir Spaß macht.

Was ist der Unterschied zwischen einem Side Hustle und einem Nebenjob?

Gerade im deutschsprachigen Raum wird der Begriff Side Hustle oft als Synonym für einen Nebenjob oder ein nebenberufliches Gewerbe genannt.

Jedoch gibt es einen wichtigen Unterschied. Während ein Nebenjob das Ziel hat, sofort Deine Einkünfte zu erhöhen, zielt ein Side Hustle darauf ab, ein eigenes Business aufzubauen, mit dem Du vielleicht auch schon jetzt, aber vor allem in Zukunft, Geld verdienen kannst. Es muss aber nicht unbedingt Geld sein. Auch kannst Du Dir durch Dein Side Hustle neue Kenntnisse aneignen und Wissen, das Du in zukünftigen Projekten nutzen kannst.

Was ist der Unterschied zwischen einem Side Hustle und einem Investment?

Ähnlich wie der Nebenjob ist das Investment eine Möglichkeit, mehr Geld zu erhalten. Bei dem Job passiert es durch die Arbeit mit garantiertem Gehalt, das zum nächsten Zahltag auf dem Konto liegt. Ein Investment kann hingegen unterschiedliche Formen haben. Die Einkünfte kommen häufig passiv zustande, mit höherem Risiko und längeren Wartezeiten.

Dein Side Hustle ist aber nicht nur dazu da, um nebenher Geld zu verdienen – vielmehr ist es der Beginn von einer zu Dir passenden und bedeutungsvollen Arbeit in Deinem Leben.

Insbesondere die jüngere Generation, die Generation Y, sucht nach Tätigkeiten, die erfüllend und sinnvoll sind. Diese Millennials wollen einen Einfluss auf die Ergebnisse ihrer Arbeit haben, und sie wollen Spaß bei der Arbeit haben. Zudem sind sie regelmäßig auf der Suche nach Neuem. Dazu sind Side Hustles gut geeignet. Während Du Deinen Hauptjob nachgehst, suchst Du nebenher nach Tätigkeiten, die Dir Spaß machen und Dich erfüllen, und gleichzeitig ein zweites Standbein aufstellen.

Ein Side Hustle ist also auch eine Investition von Zeit und vielleicht auch von Geld. Jedoch geht es nicht nur darum, damit Geld zu verdienen, sondern etwas zu tun, was sinnvoll ist und Dir viel bedeutet. Neben dem Geld sind auch Wissen, Erfahrung und Bekanntheit durchaus Faktoren, für die sich die Arbeit lohnt.

Welche Vorteile bringt Dir ein Side Hustle?

Ich weiß, Du hast wenig Zeit. Du verbringst sehr viele Stunden in Deinem Hauptjob, hast vielleicht Familie und Freunde, und willst auch etwas Sport für Deine Gesundheit tun. Warum solltest du also die Freizeit, die Du noch übrighast, mit einem Side Hustle verbringen?

Warum nicht einfach den jetzigen Job aufgeben und dann die gesamte Zeit in Dein Passion Project stecken? – Nun, wenn Du es Dir leisten kannst, dann nur zu. Jedoch gehst Du somit ein großes Risiko ein, länger als geplant ohne Einkommen auskommen zu müssen.

Wenn Du aber Deine Projekt-Idee als ein Side Hustle verwirklichst, hast Du folgende Vorteile.

1. Du hast die Freiheit, Neues auszuprobieren

In einem Side Hustle machst Du ein Projekt nebenbei. Du probierst dabei Sachen aus und Du erfüllst Dir einen Wunsch. Du gewinnst dadurch zum Beispiel Freiheit, Du stillst Dein Verlangen danach, Dinge auszuprobieren und etwas Neues zu erleben und zu lernen.
Gerade Du als Einzelkämpfer, ob als Intrapreneur oder Entrepreneur, kennst dieses Verlangen, Neues auszuprobieren. Wie ich schon in meiner Podcast-Folge „Risiko minimieren durch Experimente“ sagte: Sachen ausprobieren hilft immer.

Vielleicht gehörst auch Du zu den sogenannten Scanner-Persönlichkeiten – Menschen, die immer nach etwas Neuem suchen und alles Mögliche ausprobieren möchten? Dann ist ein Side Hustle genau die richtige Möglichkeit für Dich, um nicht alle drei Wochen den Job zu kündigen und zum nächsten zu wechseln. In einem Side Hustle genießt Du …

… die Freiheit, Neues auszuprobieren

Du probierst neue Technologien aus, neue Vorgehensweisen und Prozesse, neue Projektmanagement-Methoden. Zudem eignest Du Dir neue Fähigkeiten an. Würdest Du diese Sachen im Hauptjob machen, wären sie zu risikobelastet. Denn Du probierst etwas Neues aus und weißt das Ergebnis noch nicht. Du geht’s aus Deiner Komfortzone raus und bist bereit, zu scheitern, um daraus zu lernen – eine Freiheit, die Du in Deinem Hauptjob einfach nicht hast.

… Entscheidungsfreiheit

Selbst wenn Du Deine Projektidee in Deinem Hauptjob umsetzen wölltest, müsstest Du erstmal andere Menschen, wie zum Beispiel die Firmenleitung, Deinen Vorgesetzten oder Deine Partner davon überzeugen. Diese Überzeugungsarbeit kann ziemlich lange dauern und dabei sehr aufreibend und aufwändig sein.

Wenn Du das Projekt aber außerhalb Deiner Arbeit, nach Feierabend oder am Wochenende, selbst ausprobierst und Dir die Freiheit nimmst, selbst zu entscheiden, was Du ausprobierst, dann bist Du im Side Hustle – Deinem eigenen Passion Project.

… finanzielle Unabhängigkeit

Die Vorteile eines Side Hustles sind die gleichen wie bei einer Gründung oder Selbständigkeit, in die Du Dein Herzblut reinsteckst. Du baust Dir also etwas Eigenes, etwas Neues auf, probierst Sachen aus. Gleichzeitig hast Du aber nicht das Risiko wie bei einer Neugründung. Denn das Side Hustle ist nicht Deine Haupteinkommensquelle. Für die finanzielle Absicherung sorgst Du mit Deinem Hauptjob. In Deinem Side Hustle kannst Du daher ausprobieren und riskieren, ohne gravierende finanzielle Konsequenzen fürchten zu müssen.

2. Du eignest Dir neue Fähigkeiten an

Du eignest Dir Kenntnisse und Fähigkeiten an, die Du bei Deiner jetzigen Arbeit nicht brauchst, aber in der Zukunft einsetzen kannst. Du entwickelst Dich somit parallel immer weiter und sorgst für fließende Übergänge von einem Job zum nächsten. Du musst also nicht erstmal einen Job beenden, danach neues Wissen aneignen und dann den nächsten Job starten, sondern Du hast das Wissen, das Du für die neue Herausforderung brauchst, nebenbei aufgebaut.

3. Du baust Dir parallel ein weiteres Standbein auf

Du sorgst dafür, dass Dein Hauptjob nicht die einzige Einnahmequelle bleibt. Du baust Dir mit Deinem Side Hustle ein weiteres Business auf, das Dir in Zukunft eine größere finanzielle Freiheit gibt, in allen Deinen Tätigkeiten mehr ausprobieren und riskieren zu können.

Vor allem für Freelancer und Selbständige ist es relativ wichtig, jetzt schon in die Kunden der Zukunft zu investieren. Niemand kann Dir sagen, wie lange Deine Kunden Dich noch brauchen werden. Darum mache Dir jetzt schon Gedanken, wer Deine Kunden in der Zukunft sein werden und bringe Deine Fähigkeiten dementsprechend schon dahin. Wenn es dann soweit ist, kannst Du bereits die nötigen Kenntnisse, Erfahrungen und Referenzprojekte nachweisen.

Was brauchst Du für Dein Side Hustle?

An Ideen für neue Projekte fehlt es Dir sicherlich nicht. Doch welche dieser Ideen ist es wirklich wert, dass Du sie umsetzt. Nun gibt es die Ideen, die vielversprechend sind, dass sich damit Geld verdienen lässt. Diese Ideen kannst Du gleich in Deinem Business umsetzen. Aber da gibt es noch diese Ideen, die Du einfach wahnsinnig gerne ausprobieren würdest, weil Du weißt, dass Du daran Spaß hättest. Das sind die Ideen, die Du in einem Side Hustle umsetzen kannst. Dazu brauchst Du:

1. Passion

Du musst Bock darauf haben. Denn wenn Du schon Deine Freizeit dafür opferst, dann muss es auch etwas sein, dass Dir Spaß macht.
Hör Dir dazu meine letzte Podcast-Folge „Passion Canvas – Tool, um Deine richtige Idee auszuwählen“ an. Lade Dir das Passion Canvas runter und fülle es aus. Es hilft Dir dabei, wenn Du rausfinden möchtest, welches Passion Project Du gerne durchführen möchtest. Denn sicherlich hast Du mehr als nur eine Projektidee in Deinem Kopf. Das ist auch gut so. Aber Du kannst sie nicht alle gleichzeitig verwirklichen. Finde also mit Hilfe des Passion Canvas die Idee, mit der Du jetzt startest, und leg los.

2. Zeit

Du musst Dir Zeit schaffen, in der Du Deinem Side Hustle nachgehst. Das kann nach Feierabend sein, das kann am Wochenende sein, das kann im Urlaub sein. Wenn Du als Freelancer Leerlaufzeiten hast, kannst Du diese für Dein Side Hustle nutzen.

Wenn Du Tipps haben möchtest, wie Du Dir Zeit schaffen kannst, kann ich Dir das Buch „Make Time“ von Jake Knapp und John Zeratsky empfehlen.

Das Buch erzählt ziemlich gut, wie Du im Alltag Zeit schaffen kannst, auch um fokussiert arbeiten zu können in Deiner jetzigen Tätigkeit. Die einfachsten Sachen, wie Du Dir Zeit schaffen kannst, sind:

  • Weniger Kino
  • Weniger Netflix
  • Weniger Rumchillen
  • Weniger Social Media

Was ist bei einem Side Hustle zu beachten?

Ein Side Hustle ist eine Tätigkeit, die Du gerne tust. Und am liebsten würdest Du jede Minute, die Du Dir dafür freischaufelst, aktiv an der Umsetzung Deiner Ideen für Dein Passion Projekt arbeiten. Jedoch gibt es da noch ein paar Dinge, die Du machen oder zumindest drüber nachdenken solltest, die zwar weniger Spaß machen, aber sehr wichtig sind.

1. Dein Side Hustle ist nicht Dein Hobby

Du musst Bock auf Dein Side Hustle haben, es muss Dir Spaß machen. Du suchst Dir vielleicht etwas, das nah an Deinem Hobby dran ist. Aber im Gegensatz zu einem Hobby, muss ein Side Hustle mehr als nur Spaß bringen. Du lernst etwas Neues, hast Ziele und ein Return on Investment.

2. Setze Dir Ziele

Was willst Du mit dem Side Hustle erreichen? Denke dabei sowohl an Deine persönliche Bereicherung wie all das, was Du dabei lernst, als auch and konkrete messbare Ziele: Anzahl von Klicks, verschickten Emails, Verkäufen, Kundeninterviews. Miss zwischendurch auch, wie weit Du gekommen bist und wie viel Dir noch fehlt, um Das Ziel zu erreichen.

Um Ziele für Dein Projekt zu setzen, kannst Du mein Passion Canvas nutzen.

3. Macht es Dir noch Spaß?

Klar, am Anfang des Projektes bist Du voller Ideen und Lust, diese umzusetzen. Doch wie sieht es nach ein paar Wochen oder Monaten aus? Wie sieht es aus, wenn die ersten Schwierigkeiten und Hindernisse auftauchen? Wenn es Dir keinen Spaß mehr macht, dann ist es vielleicht kein Side Hustle mehr. Entweder ist es profitabel und Du lässt es als Business weiterlaufen, weil es viel Geld bringt, oder vielleicht lernst Du dadurch so viel, dass Du in Kauf nimmst, dass es Dir eher wenig Spaß macht. Wenn aber weder Geld noch Wissen dabei herauskommt, dann kannst Du das Projekt ruhigen Gewissens beenden und etwas Neues starten.

4. Wie viel investierst Du?

Achte darauf, wie viel Zeit und wie viel Geld Du investierst. Am besten ist es, wenn Du dies misst und zum Beispiel eine einfache Excel-Tabelle führst. Wenn Du immer mehr Zeit und Geld in das Projekt investierst, musst Du Dich irgendwann fragen, ob es sich überhaupt noch um ein Side Hustle handelt. Oder ist es eher eine Investition in ein neues Projekt in die Zukunft?

In diesem Fall ist nicht die Grenze zwischen Side Hustle und Hobby fließend, sondern die zwischen Side Hustle und Business.

5. Halte fest, was Du lernst

Während Du bei messbaren Zahlen wie gearbeitete Stunden und Geld wunderbar Tabellen und Grafiken erstellen kannst, anhand denen Du die Entwicklung Deines Passion Projektes beobachten kannst, ist es nicht ganz so einfach, Erfahrungen, Kenntnisse und Fähigkeiten zu messen.

Ich empfehle Dir, dazu ein Journal zu nutzen. Halte damit fest, was Du lernst, damit Du das in Zukunft nutzen kannst. Selbst wenn Du nicht auf Dauer bei diesem Side Hustle bleibst, kann es durchaus sein, dass Du oder ein Kollege oder Kunde von Dir irgendwann auf eine ähnliche Situation stößt, eine ähnliche Technologie braucht oder diese Tools braucht, die Du für dieses Projekt benutzt hast.

Wrap Up

In einem Side Hustle lernst Du für Dich. Du lernst, was Du lernen willst. Du hast die Freiheit, das zu entscheiden. Du baust etwas Neues auf und während Du (verrückte) Dinge ausprobieren kannst, weil Du nicht darauf angewiesen bist, dass Dein Side Hustle ein Erfolg wird, baust Du Dir gleichzeitig eine Alternative auf für Deine jetzige Hauptbeschäftigung.

Nimm Dir auch die Zeit, Deine Aktivitäten im Side Hustle zu messen und die Entwicklung im Blick zu behalten.

Passe ganz besonders auf, dass Du nicht in ein Time Trap gerätst. Wenn Dir das Side Hustle weder Spaß macht noch Geld oder Wissen einbringt, sondern nur Zeit und Geld kostet, dann ist es an der Zeit, das Side Hustle zu beenden, um Zeit zu schaffen für neue Projekte.

Genau deswegen lohnt es sich, das Projekt als ein Side Hustle umzusetzen. Wenn es nämlich nichts wird, dann hast Du nichts verloren, sondern nur an Erfahrung gewonnen, die Du in Deinen zukünftigen Beschäftigungen nutzen wirst.

Jetzt will ich noch von Dir hören: Welche Erfahrungen hast Du mit Side Hustles gemacht? Was ist daraus geworden? Und wie und wann nimmst Du Dir die Zeit für Dein aktuelles Side Hustle.

Ich freue mich auf Deinen Kommentar und hoffe, Du bist auch in der nächsten Folge dabei, wenn ich Dir verrate, was das Wichtigste in einem Online Team Meeting ist.

Bis dann,

Dein Guerrilla Coach,
Sebastian

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