Wie Du Deinen Arbeitgeber attraktiv für neue Mitarbeiter machst – Millennial Marketing

Millennial Marketing und Employer Branding sind nicht nur Aufgaben der Personalabteilung, sondern auch Deine. Du als Intrapreneur hast ein großes Interesse daran, in einem starken und wachsenden Unternehmen zu arbeiten. Dazu brauchst Du ein starkes Team – Menschen, die zum Unternehmen passen und ein Unternehmen, das zu den Menschen passt. Und diese Menschen kommen zunehmend aus der Generation Y. Was diese Generation ausmacht und was Du tun kannst, um Deinen Arbeitgeber attraktiv für neue Mitarbeiter zu machen, erfährst Du hier.

Warum solltest Du Deinen Arbeitgeber attraktiv für neue Mitarbeiter machen?

Stellen wir uns das Unternehmen als einen Gärtner vor. Ein Gärtner kümmert sich nicht nur um bestehende Pflanzen, sondern pflanzt auch regelmäßig junge Pflanzen ein. Dazu pflanzt er nicht nur einen Samen, sondern einige, denn er weiß, dass ein paar von ihnen verkümmern werden.

So ist es auch in einem Unternehmen: Der Headhunter pflanzt einen Samen, das Recruiting pflanzt einen Samen und auf der Jobmesse wird vielleicht auch ein Samen gepflanzt. Die Samen hier sind die Talente, die ins Unternehmen geholt werden.

Aber Gärtnerei ist damit nicht getan. Wenn Du den Samen in trockene oder nährstoffarme Erde pflanzt, wird dieser wohl kaum keimen. Wenn Du die Erde vernachlässigst, ihr keine Nährstoffe zukommen lässt, sie nie bewässerst und sie nie von Unkraut befreist, wird wohl kaum eine Pflanze darin wachsen können.

Zudem muss die Erde in dem Topf manchmal verändert werden, wenn darin neue Pflanzen wachsen sollen. Wenn Du bisher Apfelbäume gepflanzt hast und jetzt Palmenpflanzen haben willst, musst Du die Erde dementsprechend anpassen.

Das bedeutet also, auch Dein Arbeitgeber sollte sich der Generation Y anpassen, um den Talenten, die daraus kommen, die Chance zu geben, in dem Unternehmen Wurzeln zu schlagen, zu wachsen, sich zu entfalten und für das Unternehmen Früchte zu tragen.

Was sind Deine Vorteile, wenn Du Millennial Marketing betreibst?

Die Vorteile für Dich als Inrapreneur, als Einzelkämpfer, liegen vor allem in Deiner eigenen Zukunft in dem Unternehmen. Schließlich ist es Dir nicht egal, mit wem Du zusammenarbeitest. Selbstverständlich liegt Dir viel daran, mit den bestehenden Kollegen gut zusammenzuarbeiten und sie für Deine Ideen zu begeistern. Doch wenn Du etwas in dem Unternehmen bewegen möchtest, musst Du auch an die zukünftigen Kollegen denken. Indem Du Dich aktiv an dem Millennial Marketing beteiligst, nimmst Du Einfluss darauf, wer Deine neuen Kollegen werden.

Denn Fluktuation ist normal und gut. Leute kommen ans Ende ihrer beruflichen Laufbahn und scheiden aus. Neue Leute rücken nach. Du kennst es vielleicht, dass eine hohe Fluktuation gerade bei älteren und eingesessenen Kollegen, die darauf beharren, alles so zu machen, wie es bisher war, nicht gerne gesehen ist.

Diese Kollegen, die viele Jahre in dem Unternehmen gearbeitet haben, sind wichtig. Sie stellen die Basis des Unternehmens her, sind loyal und tragen die Kultur weiter. Aber Fluktuation ist ebenfalls wichtig. Es kommen neue Generationen ins Unternehmen rein. Da diese anders ticken, muss das Unternehmen Millennial Marketing betreiben und sich an die Bedürfnisse der Generation Y anpassen. Du hast Die Chance, das Unternehmen von Intern in die richtige Richtung zu leiten. Denn was auf dem Spiel steht, ist das Team, mit dem Du in Zukunft zusammenarbeiten wirst.

Millennial Marketing – Wer sind Millennials und was macht die Generation Y aus?

Menschen verändern sich von Generation zu Generation. Sicherlich gibt es viele Dinge, die Du anders machst als Deine Eltern. Und Deine Kinder werden wieder andere Lebensentscheidungen treffen als Du. Die Generation X (geboren 1965-1980) zeichnet sich durch Statussymbole aus. Erfolg zeigt sich an dem Haus, an dem Auto und an der Position in einem Unternehmen. Gearbeitet wird vor allem für Geld. Entspannt wird zwei Mal im Jahr im Urlaub und später in der Rente. Die Generation Y (geboren 1981-1996) arbeitet auch gerne, aber anders. Sie legt einen großen Wert auf die Work-Life-Balance. Während es wichtig ist, für seine Arbeit bezahlt zu werden, zählen andere Merkmale mehr. Arbeit soll einen Sinn haben und Spaß machen. Vergnügen wird also nicht auf den Urlaub oder auf die Rente verschoben, sondern soll täglich stattfinden.

Wer sind Millennials?

Millennials sind Menschen, die zwischen 1981 und 1996 geboren sind. Das heißt, die ersten haben ungefähr zur Jahrtausendwende ihre Volljährigkeit erreicht und befinden sich jetzt in ihren Dreißigern. Und die jüngsten dieser Generation sind jetzt Anfang-Mitte zwanzig.

Die meisten dieser Generation sind also mit ihrer Ausbildung fertig und kommen jetzt oder sind bereits ein paar Jahre im Berufsleben.

Wenn ein Unternehmen auf dem gleichen Stand bleiben will oder wachsen will, kommt es nicht drumherum, sich mit den Menschen aus der Generation Y zu beschäftigen und Millennial Marketing zu betreiben.

Was macht die Generation Y aus?

Sprechen wir „Generation Y“ englisch aus, dann sagt es uns schon ein sehr wichtiges Merkmal dieser Generation. „Why“ heißt „Warum“.

Natürlich können wir nicht alle Menschen generalisieren. Es gibt Leute, die von ihrem Alter her in die Generation Y hineingerechnet werden, aber einen Mindset haben, der eher älteren oder auch jüngeren Generationen ähnelt. Zudem sind Menschen unterschiedlich und weisen viele Facetten auf. Aber um fürs Marketing besser eine Zielgruppe aufzuschärfen, werden diese Schubladen entwickelt mit Merkmalen, die für bestimmte Generationen typisch sind.

Das Wort „Warum“ spielt also eine wichtige Rolle in der Generation Y. Diese Leute fragen sich bei allem, was sie tun: Warum? Wenn sie mit dem Gedanken spielen, in einem Unternehmen zu arbeiten, fragen sie sich „Was ist für mich drin?“ oder „Warum sollte ich gerade in diesem Unternehmen arbeiten?“. Dabei geht es keineswegs nur um die materiellen Vorteile. Und genau das ist der Punkt, in dem Unternehmen umdenken müssen, wenn sie erfolgreich im Millennial Marketing sein wollen.

Während sich die vorherige Generation, die Generation X, auf gute Karrieremöglichkeiten wie Beförderungen, gutes Gehalt und andere Statussymbole, wie zum Beispiel einen Dienstwagen, fokussiert, geht es der Generation Y mehr um das „Warum“. Geld allein reicht nicht, um seine Zeit und seine Fähigkeiten in ein Unternehmen zu stecken. Millennials wollen genau wissen, was das Unternehmen macht und warum. Social Responsibility und Purpose sind dabei wichtige Stichwörter. Sie fragen Unternehmen:

  • Warum macht ihr das?
  • Wem wollt ihr damit helfen?
  • Was ist euer Mehrwert?
  • Wer sind eure Kunden?
  • Was braucht der Markt?
  • Was kriege ich davon, wenn ich bei euch arbeite?

Dabei geht es nicht nur um Geld, sondern viel mehr um die Atmosphäre, in die man reinkommt. Es geht um die Kollegen, um Weiterbildungen, um Team-Ausflüge und um Spaß mit den Kollegen (ein Kicker im Büro hilft 😊).

Employer Branding – So bekommst Du die Generation Y in das Unternehmen

Wenn wir uns darum kümmern wollen, dass von extern neue Kollegen kommen, dann bedarf es einer starken Arbeitgeber-Marke, die bei den Millennials beworben werden muss. Dieses Employer Branding positioniert das Unternehmen, um die richtigen Kandidaten anzulocken und von dem Unternehmen zu überzeugen.

Das Henne-Ei-Problem des Millennial Marketings

Auf der Suche nach neuen Kollegen betreibst Du also Employer Branding und informierst Millennials auf den richtigen Kanälen darüber, wer ihr seid, welche Werte ihr habt und was ihr den neuen Mitarbeitern zu bieten habt.

Bei der Rekrutierung in einer bestimmten Zielgruppe willst Du natürlich auch als Unternehmen das bieten, wonach diese Zielgruppe sucht. Dazu zählen auch Kollegen aus der gleichen Generation, mit dem gleichen Mindset, den gleichen Zielen und den gleichen Arbeitsweisen. Doch was ist, wenn das Unternehmen diese Vorteile noch nicht zu bieten hat? – Hier haben wir das typische Henne-Ei-Problem.

Wenn Du die Kultur des Unternehmens verändern willst, brauchst Du neue Kollegen, die diese Kultur verändern. Doch wenn die Unternehmenskultur noch die alte ist, wirst Du es nicht schaffen, neue Kollegen anzulocken. Denn diese fragen sich einfach „Warum?“. Sie wollen euren Purpose kennen. Und wenn Du und Deine Kollegen noch nie Gedanken über euren Purpose gemacht haben, dann sagen die Millennials einfach „Danke, aber ich gehe lieber wohin, wo ich Spaß am Arbeiten habe. Mir ist es egal, wie viel ihr zahlt, ich will Spaß haben.“

So durchbrichst Du den Kreislauf

Du hast die Aufgabe, neue Leute ins Unternehmen zu kriegen, um die alte Kultur aufzubrechen, um dann damit werben zu können, damit mehr junge Leute ins Unternehmen kommen.

Um das zu schaffen, empfehle ich Dir, eine Insel zu schaffen, die Du bewerben kannst. Also anstatt Dinge zu erfinden, die nicht da sind, um neue Leute zu bewerben, achte besser darauf, was wirklich im Unternehmen da ist.

Finde Inseln im Unternehmen, die Millennials anziehen könnten, nimm diese Inseln heraus und fange an, diese für das Millennial Marketing zu nutzen. Dafür brauchst Du folgende Dinge:

  1. Einen guten Draht zum Recruiting
    • Du als Einzelkämpfer kannst es nicht ganz alleine machen. Du musst mit Leuten zusammenarbeiten.
  2. Leading by example
    • Gehe mit gutem Beispiel voran und stelle Dich und Dein Unternehmen in Deinen Social Media Kanälen gut dar.
  3. Tue Gutes und erzähle darüber
  4. Schaffe eigene Use Cases, die Du nach Außen kommunizieren kannst.
    • Du stellst dar, wie Du arbeitest und was Dein Unternehmen macht

3 Schritte zur Rekrutierung

Wenn Du die oberen Punkte alle beherzigst, hast Du einen guten Start für das Millennium Marketing hergestellt. Nun braucht das Unternehmen aber noch einige Voraussetzungen, damit die Generation Y einen Fuß ins Unternehmen setzt:

1. Fruchtbarer Boden

Ohne einen fruchtbaren Boden, kannst Du so viele Samen aussähen, wie Du willst, sie werden nicht keimen, sie werden verkümmern und von Unkraut überwachsen. Das heißt, finde, was schon alles gut ist. Du suchst also in dem Unternehmen nach Bereichen, wo bereits fruchtbarer Boden vorhanden ist und sähst da die ersten Samen.

2. Bekannt machen

Sprich in dem Unternehmen darüber: mit Kollegen, mit der Personalabteilung, mit dem Recruiting. Sprich auch extern darüber und sage einfach, was ihr tut.

3. Den passenden Samen auswählen

Generation Y ist eine riesige Schublade. Nur weil jemand zu der Generation Y gehört, heißt nicht, dass er zum Unternehmen passt. Ihr müsst also Personen auswählen, die zu euch passen – zu eurem Mindset, zu eurer Kultur. Natürlich müssen auch die fachlichen Voraussetzungen stimmen.

4. Den Samen auch nach dem Einpflanzen umsorgen bis der Stamm und die Wurzeln stabil genug sind

Was machst Du mit den neuen Kollegen? Lässt Du sie einfach links liegen und sagst, sie müssen schon selber klarkommen? – Nun, Dein Ziel ist ja, dass die neuen Kollegen im Unternehmen wachsen. Und so musst Du sie so wie ein kleines junges Pflänzchen erstmal umsorgen, ihnen Nährstoffe geben, damit sie ihre Wurzeln vertiefen können, damit ihr Stamm wächst und damit sie irgendwann zu einem großen Baum werden, unter dem irgendwann viele kleine junge Pflänzchen Schatten finden.

Also, erst wenn der Kollege irgendwann stark genug verwurzelt ist im Unternehmen, dann hast Du es geschafft. Dann hast Du einen neuen Mitarbeiter für das Unternehmen gewonnen, der dem Unternehmen hilft.

Was ist beim Employer Branding zu beachten?

1. Employer Branding braucht Zeit

Es ist kein Projekt, das nach einem Monat oder einem Jahr abgeschlossen ist. Das Ganze kann sich über Jahre, sogar über Jahrzehnte ziehen. Denn die Menschen verändern sich von Generation zu Generation, und mit den Menschen muss sich auch das Unternehmen verändern.

2. Du musst das widerspiegeln, was ist

Du darfst im Employer Branding nicht versprechen, was gar nicht da ist. Wenn Du dem neuen Mitarbeiter versprichst, was Du nicht halten kannst, wird dieser das Unternehmen sehr schnell wieder verlassen und Schlechtes über das Unternehmen verbreiten.

3. Employer Branding muss passende Kollegen anziehen

Sei vorsichtig bei der Auswahl der neuen Kollegen. Sie müssen zu dem Unternehmen passen und zu dem, was das Unternehmen noch werden soll.

4. Sei offen und transparent über die Zukunft des Unternehmens

Während Du nichts versprechen solltest, was nicht da ist, kannst Du aber Pläne für die Zukunft machen und diese den Bewerbern vorstellen. Somit schaffst Du es, Talente für etwas zu gewinnen, was noch nicht ganz da ist, bei dessen Aufbau sie aber helfen können. Wenn Du es schaffst, Leuten der Generation Y zu erklären, warum Du etwas verändern willst und warum Du sie dafür brauchst, dann sind diese Leute voll dabei und motiviert, an den Veränderungen des Unternehmens mitzuwirken. Darauf haben die Personen aus der Generation Y Lust. Wenn sie einen Purpose haben, dann haben sie auch Spaß an der Arbeit.

Wrap Up: Millennial Marketing ist Deine Pflicht, wenn Du Dich für die Zukunft Deines Arbeitgebers interessierst

Du als Intrapreneur kannst es beeinflussen, mit wem Du zusammenarbeitest, und zwar langfristig. Ein guter Draht zum Recruiting hilft. Klar, ist es nicht dein Hauptprojekt, aber geh trotzdem mal mit den Leuten aus dem Recruiting oder aus der Personalabteilung Mittagessen, biete ihnen Deine Hilfe an, erfahre, was gerade Aktuelles im Unternehmen passiert.

Rede über Dein Unternehmen in den Kanälen, in denen sich die Generation Y aufhält. Dazu ist die interne Zusammenarbeit sehr wichtig. Du musst wissen, wo das Unternehmen steht, welche Inseln es gibt, die beworben werden können. Du musst wissen, was das Unternehmen bereits unternimmt im Bereich Millennial Marketing.

Sei neuen Kollegen im Unternehmen eine Stütze. Du kannst die Entwicklung dieser Person beeinflussen.

Und der wichtigste Tipp zum Schluss: Schaue in die Zukunft und sorge dafür, dass Du nicht irgendwann alleine als großer Baum in dem Unternehmen stehst, sondern viele andere Bäume um Dich herum hast, die auch Dir helfen, wenn mal ein großer Sturm kommt.
Also, gucke in die Zukunft und mach Dir bewusst, was alles möglich ist, wenn Du jetzt kleine Schritte gehst.

Dein Guerrilla Coach
Sebastian

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